Volker Frederking oder „Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch.“

Ein Nachtrag zum Symposium „Retten uns die Phänomene? – Lehren und Lernen im Zeitalter der Digitalisierung“ am Zentrum für LehrerInnenbildung der Universität Wien vom 28.02. – 01.03.2018.

Mit diesem Hölderlin-Zitat setzte Frederking nicht nur eine wohltuende kritische Note in Bezug auf den Titel des Symposiums, sondern gab zugleich seinen Ausführungen einen anspruchsvollen Fluchtpunkt. Besonders überzeugend – und damit als Rettendes durchaus zu gebrauchen – war für mich die systematische Ausdifferenzierung von „personaler fachlicher Bildung“ (Digitalisierung als Phänomen) und „funktionaler fachlicher Bildung“ (Phänomene der Digitalisierung), zumal diese Unterscheidung die oft recht mühsame Diskussion um Kompetenzen versus Bildung zu überwinden vermag.

Für den fachdidaktischen Diskurs skizzierte Frederking dann in seinem Vortrag die Dimensionen der funktionalen fachlichen Bildung nach Norbert Groeben. Im Detail geht es darin um

  • Medienwissen bzw. Medialitätsbewusstsein,
  • medienspezifische Rezeptionsmuster,
  • medienbezogene Genussfähigkeit,
  • medienbezogene Kritikfähigkeit,
  • um die Selektion bzw. Kombination von Mediennutzung,
  • die Ausbildung produktiver Partizipationsmuster
  • und die Fähigkeit zur Anschlusskommunikation.

Frederking selbst ergänzt diese sieben Dimensionen nach Groeben noch um drei Dimensionen zur personalen fachlichen Bildung. Darunter versteht er einen

  • medientheoretisch und medienästhetisch fundierten Rezeptions- und Produktionshorizont,
  • medienkulturgeschichtliches Wissen und Bewusstsein
  • sowie die Ausbildung eines medienreflexiven Selbst- und Weltverhältnisses.

Damit ist meines Erachtens eine umfassende Beschreibung von Medienbildung im Fach Deutsch gegeben, die ausreichend Spielraum lässt, sich sowohl dem Phänomen der Digitalisierung als auch der Digitalisierung als Phänomen im Unterricht zu nähern.

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